Erotik, Kunst und Hingabe des Schlafes in Bremen

Events | 14.11.2017 11:11

Felix Valloton - Nu à l'echarpe verte, 1914

Die zurück gelehnte Schöne im Halbakt von Felix Valloton bildet das Leitmotiv der Ausstellung. Der grüne Schal, der sich nachlässig um die Hüfte der Schlafenden schlingt, korrespondiert elegant mit dem Streifenmuster der gleichfarbigen Tapete des Hintergrunds. Die Ruhe aber enthält eine sublime Spannung, mindestens macht sie den Betrachtenden unausweichlich zum Voyeur. Das Thema Schlaf fasziniert seit jeher Künstlerinnen und Künstler. Zahlreichen ungelöste Rätsel und Geschichten, ranken sich um diesen unbewussten Zustand und sind bis heute Motiv für unzählige Kunstwerke. 70 davon stehen nun im Fokus der Ausstellung im Bremer Paula Modersohn-Becker Museum, die sich dem Schlaf in der Kunst von fünf Seiten nähert: der private, der öffentliche, der erotische und der märchenhafte Schlaf sowie – zu guter Letzt – das Bett als Ort des (Künstler-)Schlafs.

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Näher dran am puren Nackten mit Lucian Freud

Events | 20.09.2017 12:35

Berühmt wurde Lucian Freud vor allem für seine Porträts, in denen er sich Menschen und Tieren mittels einer fast wissenschaftlichen Beobachtung näherte.Jetzt zeigt der Berliner Martin-Gropius-Bau in der Ausstellung "Closer" 51 Radierungen Freuds - eine Technik, der sich der 2011 verstorbene britische Maler und Enkel Sigmund Freuds erst in seinem Spätwerk ab 1982 verstärkt zugewandt hatte. Die Radierungen hätten es Freud erlaubt, seine "Bestandsaufnahme des Körpers" noch einmal zu intensivieren und noch näher an sein Objekt heranzukommen, ist im Pressetext zur Ausstellung zu lesen. Jede Ader, jede Hautfalte, jeder noch so kleine Makel, alles Intime liegt in seinen radikal-realistischen Bildern gnadenlos offen. Aber es ist die Art, wie er die Menschen sah. „Zu den aufregendsten Dingen gehört, durch die Haut hindurchzusehen, bis zum Blut, zu den Venen und Narben.“

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Erleben wir eine Sperma-Krise?

Erotik | 18.09.2017 23:44

sperms don't like smoke

Wieder einmal schreien die Schlagzeilen der Tageszeitungen in großen Lettern: Die Deutschen/Europäer sterben aus. Männer - das schwache Geschlecht. Neue Männer braucht das Land. Frauen sind glücklicher ohne Männer. Männer wollen keine Kinder mehr. Immer weniger Junge zahlen für immer mehr Alte. Immer mehr Alte sind vereinsamt und in Not. Im gleichen Kanon lesen sich die seit Jahrzehnten zunehmenden Studien über die männliche Fruchtbarkeit meist wie Notstandsberichte. Die Anzahl und Qualität der Spermien sinke unaufhaltsam, berichten jene Forscher. Wenn die Entwicklung nicht gestoppt werde, sei die generelle Zeugungsunfähigkeit des Mannes nur noch eine Frage von Jahrzehnten. Die Menschheit könnte auf dem besten Wege sein, sich selbst auszurotten. Es droht die Sperma-Krise.

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Nackt und bloß. Lovis Corinth und der Akt um 1900

Events | 22.03.2017 13:55

Lovis Corinth - Die Nacktheit (1908)

Unter dem Titel "Nackt und bloß" beleuchtet das Landesmuseum Hannover die Aktmalerei von Lovis Corinth (1858-1925). Im Werke Corinths war die Aktmalerei eines der zentralen Motive. Er zeigte den nackten Körper in verschiedenen Varianten: von der Modellstudie im Atelier über den ironischen Blick auf antike Mythen bis hin zu sinnlich-intimen Szenen wie Schlafzimmerszenen oder Natur- und Bademotiven, die zu der Zeit in der Kunst sehr verbreitet waren. Seine Darstellungen waren für die Zeit ungewöhnlich offen und eine starke Provokation gegenüber der Prüderie der Jahrhundertwende.

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Traumschön schauen in Goslar Männer und Frauen

Events | 17.03.2017 19:16

Crystal, New York 2006 © Matt Jones

Unter dem Titel "Traumfrauen – Traummänner, was ist schön?" zeigen Starfotografen bis zum 14. Mai 2017 im MönchehausMuseum in Goslar ihren Blick auf die Schönheit. Die Berliner Publizistin und Kuratorin Nadine Barth hat vor einigen Jahren fünfzig von ihnen aufgefordert, ihre Vision schöner Frauen und Männer zu entwerfen. Prominente Models, Schauspieler und Musiker traten ebenso vor die Kamera wie Menschen ohne Glamourfaktor. 2008 und 2011 waren die Fotografien unter dem Titel „Traumfrauen“ und „Traummänner“ in den Deichtorhallen in Hamburg zu sehen, 2013 in Moskau sowie in der Kunsthalle Rostock. Obwohl der Kunstbegriff, der hier im Raum steht, durchaus hinterfragt werden könnte. Immerhin ist der Bezug auf Promis, VIPs und Models und das Format der hochglanz-ästhetischen Werbe- und Modefotografie eine äußerst umsatzträchtige Branche, zudem wird die Wanderausstellung vom eher hochkultur-affinen Land Niedersachsen und dem Regionalverband Harz gefördert, sodass gewisse Interessen der Wirtschaft zumindest gleichrangig neben einem künstlerischen und kulturellen Interesse an dem Thema Schönheit und Erotik zu stehen scheinen. Aber dass soll uns nicht die Freude an dem Anblick schöner Menschen nehmen, welche zudem von Meistern der ästhetischen Inszenierung ins allerbeste Licht platziert worden sind.

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Die Geschichte des Koitus in der Kunst

Kunst | 02.03.2017 17:44

Ernst Stöhr - Vampir (1899)

Schon aus vorgeschichtlicher Zeit sind menschliche Darstellungen mit sexuellen Motiven auf der ganzen Welt zu finden. Skulpturen wie die Venus von Willendorf und Wandbilder wie in den Höhlen von Lascaux sind bekannte Zeugnisse in Europa. Für die Anthropologie haben diese frühen erotischen Artefakte eine Bedeutung vor allem im Zusammenhang mit kultischen Fruchtbarkeits-Riten. Archäologen fanden in Deutschland im August 2003 eine 7.200 Jahre alte Szene aus Ton, die eine männliche Figur zeigt, die sich wie beim Koitus über eine weibliche Figur beugt. Die männliche Figur bezeichneten die Archäologen als „Adonis von Zschernitz“. Dieser sächsische Erot scheint der bislang älteste Urahn vom Prototyp eines freisinnigen, stolzen, lüsternen Verführers und Beglückers der Frauen zu sein, wie er fortan unter verschiedenen Namen als: Pan, Faunus, Satyr, Amor, Don Juan oder Casanova seinen Weg durch die Kunst- und Kulturgeschichte nehmen wird.

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