Gegen die Austrocknung des Nackten Meeres

03.10.2011 15:20

Spencer Tunick - Totes Meer

Etwa 1200 nackte Israelis und Touristen haben am Westufer des Toten Meeres für den US-Fotografen Spencer Tunick posiert. Bei orthodoxen Juden war das Projekt vorher auf einigen Widerstand gestoßen. Der Star-Fotograf Tunick, bekannt geworden durch seine "Körperlandschaften", wollte mit der Aktion „Nacktes Meer“ auf die Gefährdung des tiefsten Sees der Welt durch Austrocknung aufmerksam machen.

 

Wie die Deutsche Presseagentur dpa mitteilte, posierten etwa 1200 nackte Israelis und Touristen am Westufer des Toten Meeres für den US-Kunstfotografen Spencer Tunick (* 1. Januar 1967 Middletown/New York). Die Teilnehmer seien zwischen 18 und 77 Jahre alt und überwiegend männlich gewesen, berichtete die Zeitung „Jerusalem Post“. Das Projekt war bei orthodoxen Juden auf entschiedenen Widerstand gestoßen. Unter starken Sicherheitsvorkehrungen ist das Event schließlich doch noch zustande gekommen.

Tunick wollte nach eigenen Angaben mit der Aktion „Nacktes Meer“ am Freitag auf die Gefährdung des tiefsten Sees der Welt durch Austrocknung aufmerksam machen. Der abflussfreie See wird vom Jordan gespeist, liegt mehr als 400 Meter unter dem Meeresspiegel und hat einen extrem hohen Salzgehalt.

Mit seinen Aktionen mit nackten Menschenmassen, die er „Körperlandschaften“ oder „soziale Plastiken“ nennt, ist Tunick schon um die ganze Welt gezogen. Die bisher größte entblätterte Menschenmenge fotografierte er mit 18.000 Freiwilligen in Mexiko-Stadt. Mehr als 65 derartige Installationen hat Tunick inszwischen realisiert.

Der 25-jährige Teilnehmer Raffe Gold fand auch noch eine politische Bedeutung der Aktion. Er habe teilgenommen, um für Israel als liberale Demokratie in einer ansonsten nicht gerade freizügigen Weltgegend zu werben. „Ich tue das, weil ich überzeugt bin, dass Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, wo eine Fotoserie von nackten Menschenmassen aufgenommen werden kann“, zitierte die Zeitung den jungen Mann. Bei den meisten moslemischen Nachbarn Israels ist es hingegen extrem verpönt, dass vor allem Frauen nackte Haut zeigen. Viele Frauen tragen dort sogar beim Baden lange Gewänder.

 

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Spencer Tunick im Museum

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